Ist Rückverfolgbarkeit mit Industrie 4.0 noch nötig?

Rückverfolgbarkeit in der Industrie 4.0

Wenn der Fehlerteufel zuschlägt

Klemmende Gaspedale, überhitzende Netzteile oder Aussetzer in der Autositzelektronik. Die Gründe für Rückrufaktionen sind vielfältig und erstrecken sich über
alle Branchen. Eins haben allerdings alle gemeinsam:

Wenn erst der Kunde den Produktfehler bemerkt, dann wird es für den Hersteller teuer. In einer aufwändigen und teuren Aktion ruft er die betroffene Charge zurück. Oft unnötig mehr Produkte, als tatsächlich betroffen sind - nur um sicher zu gehen.


Rückverfolgbarkeit heute

Die eindeutige Identifizierbarkeit für alle Produktbestandteile, Zusatzstoffe oder Bauteile ist die Grundvoraussetzung, die Quelle eines Mangels im Schadensfall schnell zu finden. Angenommen, ein Autositz lässt sich nicht mehr verstellen. Ursache könnte sein, dass in der betroffenen Baugruppe nicht die vom Hersteller definierten Originalteile verbaut wurden, sondern qualitativ minderwertige Plagiatskomponenten. Die rückwärtsgerichtete Suche nach dem Fehler in der Supply Chain ist zeit- und arbeitsintensiv. Fehler, Ursache und Ausmaß werden analysiert, dokumentiert und schließlich beseitigt.

Rückverfolgbarkeit im Kontext Industrie 4.0


Wie kann so ein teurer und nachhaltig imageschädigender Prozess zukünftig beschleunigt werden? Im Kontext Industrie 4.0 wird das Auto, sein Sitz und der Elektromotor - aus unserem Beispiel - ein cyber-physisches System, d. h. in einer Produktionsumgebung 4.0 schaffen digitale Daten und eine digitale Vernetzung aller Wertschöpfungspartner eine komplett andere Basis.

Das cyber-physische System als digitales Produktgedächtnis

Alle Fertigteile (also reale Teile) erhalten einen sogenannten digitalen Zwilling. Ein Abbild im IT-System, das in Echtzeit alle Produktionszustände des realen Objektes einnimmt. In ihm werden alle relevanten Informationen aus dem Product Lifecycle Management, dem Fertigungsprozess und der Qualitätsprüfung gebündelt. Je nach Produkt können damit beispielsweise alle Fertigungsinformationen, CAD–Daten, Verfahrensanweisungen, Auftragsdaten, Anschlussbilder, Handbücher, Wartungspläne, Verschaltungen und Historiendaten erfasst werden. Auch Zeitaufwand, Qualitätszustand, Ressourceneinsatz und Energiekosten werden in jedem cyber-physischen Zwilling zur digitalen Darstellung seines realen Objektes gespeichert.

Wird in solch einer Industrie 4.0-Realität ein Produktionsmangel bekannt, dann entfällt die rückwärtsgerichtete Suche nach dem fehlerhaften Teil. Da auch die Stücklistendaten ein cyber-physisches System bilden, identifiziert der Hersteller, ohne aufwändig über seine gesamte Lieferkette gehen zu müssen, den Fehler sofort - ohne teure, zeitaufwändige Suche.

Der Weg dahin

HARTING IT System Integration sorgt für eine durchgängige Erfassung und Verarbeitung der notwendigen Informationen in Ihren Prozessen und IT-Systemen. Dies ist die Voraussetzung für eine Transparenz durch cyber-physische Systeme. Unsere Experten beraten Sie, wie diese Systeme in Ihrem Unternehmen geartet sein können, basierend auf Ihren eigenen Prozessen und wie Sie möglichst effizient daraus Nutzen ziehen.